Lastenfahrrad – voll im Trend

Das Lastenrad oder Lastenfahrrad erlebt seit einiger Zeit wieder einen Aufschwung wie seit langem nicht mehr. Begründet ist das sicherlich aufgrund der praktischen Eigenschaften und kostengünstigen Effizienz dieser Drahtesel. Dazu kommt, dass kaum über Einschränkungen in Hinsicht auf die Anwendungsgebiete verfügen. Das beginnt beim Transport von Gütern in betrieblicher Sicht und geht bis hin zum Ausflug mit den Kindern. Kurz und gut mit einem Lastenrad ist einfach fast alles möglich.

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Wer der Ansicht ist, dass es sich bei diesen Lastenfahrrädern um eine Erfindung der Moderne handelt, der irrt. Sondern bereits in früheren Zeiten gab es diese Transporträder – natürlich in erster Linie aufgrund des Mangels an automobilen Transportmöglichkeiten, wie wir sie heute kennen. Ende des 19. Jahrhunderts setzten vor allem der Handel und das Gewerbe sowie Boten- und Kurierdienste die verschiedensten Varianten und Modelle dieser Fahrräder ein.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Transporträder entwickelt, wobei es zu dieser Zeit vorwiegend Hochräder gab. Zwar war es durch das erhöhte Vorderrade möglich mit einer einzigen Kurbelbewegung weitere Strecken zurückzulegen, aber dafür waren sie keinesfalls kippsicher und somit eher unsicher. Das bedeutet, die Hochräder waren für den Transport von Waren oder als Fortbewegungsmittel der Boten nicht geeignet.

Um diese Räder nicht nur stabiler, sondern auch sicherer zu machen, wurden die Fahrräder mit drei Rädern entwickelt. Diese waren schwerer und nicht so elegant und schnell, aber dafür stabil und praktisch kippsicher. Zudem gab es durch das Anbringen des dritten Rades Platz, um Waren zu transportieren, ebenso wie Boten- und Briefsendungen und sogar Tiere und Menschen. Diese ersten Lastenfahrräder wurden in kurzer Zeit bei den Milchmännern, Boten, Kurieren, Lebensmittelhändlern und sogar Ärzten schnell beliebt. Denn sie ermöglichten es, schnell und kostengünstig Besorgungen zu transportieren.

Fun-Fact zum Lastenrad:

Bäcker, die ihr Gebäck auslieferten, haben früher mit ihren Lastenfahrrädern speziellen Rennen ausgetragen. Ein Bäckerssohn aus der Grazer Münzgrabenstraße war ein lokal bekannter Radrennfahrer. Beim Abriss des Gebäudes im Jahr 1998 fanden sich in einer Grube Rahmenteile von mindestens zwei Cargo Bikes und eine Salzwalze auf dem Dachboden – schätzungsweise aus den Jahren zwischen 1930 und 1950 mit einem Rahmen aus geschmiedeten Stahl.

Am 18. August 2018 fand bereits das 10. Lastenradrennen der modernen Zeit in Kopenhagen statt.

Die Renaissance des Lastenfahrrades

Die Beliebtheit der Transportfahrräder nahm erst nach dem 2. Weltkrieg mit dem Siegeszug des Automobils ab. Die Menschen nutzten für den Transport der Waren und anderen Dingen lieber das Verkehrsmittel, welches keine Muskelkraft benötigte, um sich fortzubewegen. Dazu kam, dass deren Ladekapazitäten deutlich höher waren, als die der Cargo Bikes.

Das Lastenfahrrad erlebt erst seit den letzten Jahren erneut eine Renaissance. Sicherlich sind die Gründe dafür zum einen das gestiegene Umweltbewusstsein der Menschen und auch die Tatsache, dass die Städte immer mehr durch den Autoverkehr verstopfen. Mit einem Fahrrad oder einem Lastenrad ist es wesentlich einfacher sich durch das Verkehrschaos zu schlängeln. Ebenso sind die gestiegenen Treibstoffpreise sicherlich ein weiterer Grund dafür, dass viele auf das Auto verzichten. Dass es wieder mehr Cargo Bikes in den Städten zu sehen gibt, hängt sicherlich auch mit der Einführung und der Weiterentwicklung neuer Techniken – Stichwort E-Bikes – zusammen.

Die grundsätzlichen Unterschiede der Transporträder

Bevor es daran geht sich ein Lastenfahrrad anzuschaffen, sollte überlegt werden, wofür das Rad benötigt wird. Die meisten der Transportfahrräder sind dafür gedacht, Güter oder Kinder zu transportieren. Allerdings ist es möglich, mit dem entsprechenden Zubehör, wie Kindersitz, Gurt oder Transportbox, das jeweilige Rad für die verschiedenen Anwendungsgebiete zu adaptieren.

Die Frage, ob es sich um ein Ein- oder mehrspuriges Fahrrad handeln soll, ist hier einer eine grundsätzliche Entscheidung:

Einspurige Lastenräder: Fahren sich in der Kurve wie ein normales Fahrrad, verfügen über gute Mittelständer, um im Stand das Rad beladen zu können.

Mehrspurige Cargo Bikes (Dreiräder): In den Kurven sind sie, speziell ohne Ladung, gewöhnungsbedürftig, doch sie stehen mit der Feststellbremse geparkt sehr stabil.

Zumeist verfügen die Lastenfahrräder über Nabenschaltungen in den verschiedensten Ausführungen. Wichtig ist dass die Schaltung für das entsprechende Einsatzgebiet tauglich ist. Sollen im Alltag schwere Lasten transportiert werden, dann wird sich jeder sicherlich über einen E-Zusatzantrieb freuen – dieser ist auch nachrüstbar.

Die Lastenrad Hersteller auf einen Blick

Babboe     Johnny loco     Muli     Riese&Müller     Winter     Urban Arrow       Yuba       Bakfiets       Harry vs. Larry     Duze Cycles     Nihola     Radkutsche

Ein Lastenfahrrad kaufen: Darauf muss geachtet werden

Es gibt die Cargo Bikes in den verschiedensten Formen und Größen. Je nachdem, für welchen Einsatzzweck das Transportrad genutzt werden soll, eignen sich die Modelle mit Ladefläche, abschließbarer Box oder mit Kasten. Für Familien eignen sich sicherlich vor allem die Modelle, die auch für den Transport von Kindern geeignet sind, also die Cargo Modelle mit Kasten oder einem verlängerten Gepäckträger.

Die Zuladung: Grundsätzlich ist es möglich, bei der Größe nach Augenmaß zu schätzen. Denn schließlich passt in den extra großen Kasten viel mehr rein, als in den kleinen. Doch ist eine kompakte Größe des Lastenfahrrades wichtig, dann sollte auf die Details geachtet werden. Beispielsweise gibt es bei einigen Modellen eine Klappfunktion für die Sitzbank, sodass selbst in den kleinen Kasten viel mehr verstaut werden kann, als zunächst gedacht. Bei anderen Modellen kann die Bank sogar komplett herausgenommen werden. Wichtig ist nur vorab zu überlegen, ob die Kinder stets mitgenommen werden, denn der Platz verringert sich logischerweise durch die Passagiere.

Der Wendekreis: Durch den Wendekreis wird angegeben, wie viel Platz für einen U-Turn benötigt wird, ohne abzusteigen. Hier gilt: Je kleiner der Radius, desto engere Kurven sind möglich und umso wendiger ist das Transportfahrrad. Bestimmt wird der Wendekreis durch zwei Faktoren:

  • Die Abmessungen des Fahrrades und
  • die Art der Lenkung.

Kindertransport: Was wäre ein Lastenrad ohne die Möglichkeit Kinder zu transportieren? Es gibt genügend Modelle, in denen mindestens zwei Kinder bequem Platz haben. Je nach Marke und Rad ist es sogar möglich, bis zu vier Kinder zu transportieren. Dafür gibt es für jede Altersklasse das passende Zubehör und einige Modelle ermöglichen es sogar, Babyschalen zu montieren.

Wissenswertes:

Holland und Dänemark gelten als die Hochburgen der Cargo Bikes und das zeigt sich auch in der Auswahl der Modelle. Denn die qualitativ besten Transportbikes kommen aus den Nachbarländern. Da die Transportfahrräder in Deutschland noch recht neu sind, ist der Gebrauchtmarkt hier noch recht überschaubar.